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19. August 2009

Die beiden Engel

O kennst du, Herz, die beiden Schwesterengel, herabgestiegen aus dem Himmelreich: stillsegnend Freundschaft mit dem Lilienstengel, entzündend Liebe mit dem Rosenzweig? Schwarzlockig ist die Liebe, feurig glühend, schön wie der Lenz, der hastig sprossen will; die Freundschaft blond, in sanftern Farben blühend, und wie die Sommernacht so mild und still. Die Lieb' ein brausend Meer, wo im Gewimmel vieltausendfältig Wog' an Woge schlägt, Freundschaft ein tiefer Bergsee, der den Himmel klar widerspiegelnd in den Fluten trägt. Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen, die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht, die Liebe will erwerben und besitzen, die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht. Doch dreimal selig, dreimal hoch zu preisen das Herz, wo beide freundlich eingekehrt, und wo die Glut der Rose nicht dem leisen, geheimnisvollen Blühn der Lilie wehrt! Gedicht "Die beiden Engel" von Emanuel Geibel (1815 - 1884)

Kommentare:

  1. Was für ein wundervolles Gedicht liebe Rosabella,
    ich kannte es bisher nicht.....es ist einfach traumhaft schön und auch das Bild dazu!!! Sehr kluge Worte, so romantisch verpackt.........das liebe ich!!!
    Hab gestern noch schöne Bilder von all deinen Schätzen gemacht und eine ganz wunderbare Verwendung für die traumhafte Spitze gefunden, tausend Dank noch mal......die Bilder gibt es sicherlich demnächst ;)! Schon jetzt ein herrliches Wochenende und

    GLG herzlichst Jade

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  2. Das Gedicht ist wunderschön und das Bild dazu wirklich himmlisch. Ich mag Engel! Und somit auch Gedichte & Engelbilder sehr sehr gern
    ♥-lichst
    biggi

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  3. Engel sind immer etwas ganz besonderes, mir ist heute ein Engel in Form einer Libelle begegnet, ich habe die Augenblicke sehr genossen.
    Hast du meine Post erhalten ??? liebe Grüße von Kathrin

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  4. Liebe Rosabella!
    Mit großer Freude besuche ich dich immer wieder auf deinem Blog. Jugendstil, Gedichte, Blumen, ach, wie wunderschön ist das. Ich möchte dir gerne ein Gedicht von Josef Weinheber senden, den ich sehr mag. Bist du per Mail erreichbar?
    LG aus Österreich, Sabine

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  5. @Bienchen: schön, wieder etwas von Dir zu lesen :-) meine Mailadresse findest Du ganz unten auf der Seite ... liebe Grüße

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)