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3. August 2009

"Atemloser August"

Sommermonde machen Stroh aus Erde, die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde, und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden, drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen. Blumen nahen sich mit großen Köpfen, und scharlachen, blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen, als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht. Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht, fragt sich: wenn die Blum‘, Baum und Felder sich verschieben, ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht, zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben. Gedicht von Max Dauthendey (1867 - 1918)

Kommentare:

  1. Ein wundervolles Gedicht!!!! Und vielen Dank auch, für deine lieben Zeilen...hab mich sehr gefreut!!!

    Wünsch dir eine herrliche Sommerwoche voller bunter Blumen und traumhafter Momente, GLG herzlichst Jade

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  2. Wunderbare und sublime Poesie mit
    Ehrerweisung zur deutschen Sprache.
    JK.

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)