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15. Juli 2009

Des Sommers Ruhe

Der Duft der Gräser zieht zur Stadt hinein,
und alles Leben sättigt Sonnenschein.

Selig und träg, in wohligem Ermatten,
lieg ich zurückgelehnt in luftigem Schatten.

Still lächelnd, wie ein vergnügtes Kind,
blinzl ich zum Fenster, wo der warme Wind
mit rotgestreiften Jalousieen spielt,
wo dann und wann das Licht ins Zimmer schielt.

O tiefes Glück, befreit von Wunsch und Denken,
sich ganz in heitres Spielen zu versenken,
ob alles Werdens Angst zu triumphieren –
sich in des Sommers Ruhe zu verlieren.

Otto Erich Hartleben, Meine Verse, Berlin 1905

Kommentare:

  1. Ja, auch das ist Sommer ;o)!Kleine Wasser aufwirbelnde Badenixen, Unmengen leckeres Eis, gesellige Picknickstunden - aber auch sonnenreiche, wärmende,wohlduftende, satte Stille - herrlich!Ich wünsche dir einen wundervollen Sommerabend, viele, liebe Grüße, Petra ♥

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  2. oh ja, am offenen Fenster ein bisschen dösen könnte ich jetzt auch.
    Ein schönes, stimmiges Bild.
    Du verwöhnst uns mal wieder.
    Liebe Grüße von Inken

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  3. jaaaaaaaaa!!!
    Das Bild gefällt mir ausgesprochen gut und ich werde SOFORT die Fenster öffnen:-)))

    Liebe Grüsse, Anette

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)