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20. Juni 2009

es geht der Sommer über's Land ...

O anmuthsvolle Tage, Wo, Sonne, du im Norden Uns auf- und untergehest, Und wo die Abendröthe, Den einen Fuß im Meere, Mit zarter Hand und leisem Geräusch die Morgenröthe, Die Schläferin, erwecket, Dann ihren Kranz von Rosen, Den, um ihn aufzufrischen, Sie durch die Wellen ziehet, Um's Haar der Schwester schlinget! Elisabeth Kulmann (1808 - 1825) Sieh, wie sie leuchtet, Wie sie üppig steht, Die Rose - Welch satter Duft zu dir hinüberweht! Doch lose Nur haftet ihre Pracht - Streift deine Lust sie, Hältst du über Nacht Die welken Blätter in der heissen Hand ... Sie hatte einst den jungen Mai gekannt Und muss dem stillen Sommer nun gewähren - Hörst du das Rauschen goldener Aehren? Es geht der Sommer über's Land ... Thekla Lingen (1866 - 1931) Nicht zürne mir, daß ich noch zage ... Daß Dich mein Mund nur zaudernd küßt! Ich blick Dir in die Seel' und frage, Ob doch Du ... wohl der ... Rechte bist! Nicht zürne, siehst Du noch mich kargen Mit Küssen, ob auch sinnberauscht! ... Kannst meinem Herzen Du verargen, Bangt ihm, ob Lieb' um - Lieb' es tauscht? Die Sonne dann der Erd' erst spendet Des Sommers Glühn und Blühn und Glanz, Bis ihr die Erde zu sich wendet ... So wende erst zu mir - Dich ganz! Sidonie Grünwald-Zerkowitz (1852-1907) Das war zur schimmernden Maienzeit, da sang ich Lieder voll Lust und Leid: des Waldquells Rauschen, der Vögel Singen, in tönende Reime tät ich's bringen. Und wenn ich der kommenden Lust gedacht - wie wollt ich erst singen zur Rosenpracht, wie wollt ich in jubelnden Tageweisen die Sommersonne, die goldene, preisen! Der Frühling schwand, und die Sonne stieg, der Fink und die Finkin fanden sich -: in Waldes Dunkel, an Baches Borden, die jubelnden Sänger sind still geworden. Und mir auch erging es wundersam: als meinem Leben der Sommer kam und die Rosendüfte mein Haupt umfingen, In Kuß und Seufzer verklang mein Singen ... Von der Lippe flutet das Lied zurück: im namenlosen, im stummen Glück nur kann ich vor dir die Seele neigen, nur lieben und schweigen. Clara Müller (1861-1905)

Kommentare:

  1. Herrlich - deine Bild-Text-Kombinationen... man spuert den Sommer foermlich!

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  2. Wie schön! Einfach zum träumen! Und wunderschöne Bilder dazu!!!
    Viele liebe Grüße, Yvonne

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  3. Schöne Gedichte und Bilder!
    Danke, für deinen Kommentar.
    Ja, du hast Recht, dass Buch hat einen stolzen Preis. Leider haben das alle hochwertigen Dinge. :-)

    Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende.

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  4. Liebe Rosabella
    Was für schöne, einzigartige Bilder du immer wieder machst. Einfach schön... Kein Wunder, hast du den 2. Platz gemacht. Schau mal in meinen blog. ;-)
    LG
    Claudine

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  5. Wunderschöne Zeilen, super toll fotografiert. Die junge Dame ist ja wirklich anmutig hergerichtet für die Fotos!

    Ein bisschen wehmütig wird mir da schon zu Mute .... Aber - auch der Herbst hat noch schöne Tage - hoffentlich!
    Herzlichst Gabriele

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  6. ...der Sommer kommt doch noch, wetten?

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)