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10. Juni 2009

Die gelbe Rose

Gib mir, o Mutter, also bat einst Floren eine kaum dem Schoße des Nichts entstiegne weiße Rose, gib mir der Schwester Incarnat. Begnüge, Kind, dich mit der Gabe, die ich dir eingebunden habe. Der Unschuld Farbe schmückt dich ja, sprach Flora sanft. Doch wer bekehret ein Herz, das Eifersucht betöret? Sie murrt, sie schmollt. Als Flora sah, daß sie die Mutterhuld mißbrauchte: nun wohl! rief sie erzürnt und hauchte sie an: So nimm, an statt des Kleids der Unschuld, das zu deinem Lose, was dir gebührt - die Tracht des Neids. Und so entstand die gelbe Rose. Gottlieb Konrad Pfeffel (1736 -1809) "The Pilgrim" (David Austin) ist der Name dieser Rose, die am haushohen Strauch üppig in unserem Garten blüht
die Sorte hat perfekt geformte Blütenblätter, sie sind recht groß und flach schalenförmig, in einem mittleren Gelb. Der Farbton verblasst zu den äußeren Blütenblättern hin und verleiht ihr eine Zartheit, die selten bei gelben Rosen zu finden ist. Der Duft ist eine angenehme Mischung von klassischem Tee und Myrrhe

Kommentare:

  1. Oh wie schöööööön! Gelb ist auch eine so schöne zarte Farbe für Rosen, die klassich und edel wirkt, eine ähnliche wächst bei uns, aber viel niedriger im Wuchs. Interessant das Verblassen zum Rand, bei mir auch, zu Beginn sattgelb, dann immer heller werdend, je älter die Blüte.. sieht aber immer schön aus!
    Liebe Grüße, Cornelia

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  2. oh wie herrlich !! the Pilgrim habe und liebe ich auch ;-) herzlich Kathrin

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  3. Wunderschön diese Rose!
    Das Gedicht musste ich ganz langsam lesen und einige Passagen auch wiederholen. Sehr speziell geschrieben!
    Gestern übrigens auf meinem Spaziergang mit dem kleinen Prinz bin ich wunderschönen, rosafarbenen Kletterrosen begegnet. Ich musste gleich an Dich denken und ärgerte mich, weil ich meine Kamera einmal mehr zu Hause habe liegen lassen....! Vielleicht denke ich ein andermal daran, dann bekommst Du Deine Rosen!

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)