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30. April 2009

Gerüche von wildem Rosenholz und von Maibirkenrinde, Maienhölzergerüche begleiten die Abendluft, die linde, und sind wie die Gespielen der Blättergewinde, Geruch der harzigen Fichtentriebe, der hellen, der Weichselgeruch und der Duft von Schlehblütenzellen. Über die Gräser der Hügel an allen Stellen bergauf, bergab, kommen die Bäume zu dir durch die Luft von weitem schon, als zögen sie atmend am Wanderstab verliebt in alle Welt davon. Max Dauthendey (1876 - 1918)

Kommentare:

  1. ~~~~~~~hab jetzt ganz tief den Duft deiner Zeilen eingeatmet! Und schicke dir ganz viele Maiengrüße :-)
    Susanne

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  2. Dieser Mann verstand es ganz wunderbar Dinge zu umschreiben. Seine Texte sind so detailliert, haben Leichtigkeit und ich empfinde sie als sinnlich. Ein begnadeter "Wortespieler".

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)