optimale Seiten-Darstellung bei einer Auflösung von 1280 x 1024 px



19. Februar 2009

mitten ins Herz

zu Beginn seiner Trauerrede las heute der junge Pfarrer ein Gedicht von Rainer Maria Rilke vor
mich haben diese Worte in dem Augenblick des endgültigen Abschiedes von einem lieben Menschen sehr berührt ...
und zugleich getröstet

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen.
Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer,
welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.


Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)


Kommentare:

  1. Danke für dieses Gedicht. Ich habe es schon oft Trauernden geschrieben. Es berührt mich immer sehr. Liebe Grüße von Sabine

    AntwortenLöschen
  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen


O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)