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6. Januar 2009

Die Anbetung der Weisen

O König du im armen Stall,
wir fallen auf's Antlitz vor dir,
der Engel jubelnden Widerhall,
im Herzen hören ihn wir.
Nimm hin den Weihrauch, Myrrh'n und Gold,
nimm hin des Morgenlandes Gut.
Wir stehen, o König in deinem Sold,
wir leben in deiner Hut.
Im Weihrauch steig' das Gebet empor
Zu deinem Angesicht,
tu' auf deiner Gnade weites Tor,
verschmähe die Bittenden nicht!
Die Myrrhe deutet die Bitterkeit,
dass du zu leiden kamst;
doch auch, dass du die Schmerzen geweiht,
von ihnen den Stachel nahmst.
Wie lautres Gold sei unsre Lieb',
so unverfälscht und rein.
Was uns an Hab' und Schätzen blieb,
all dies, o König, sei dein.

Josef Gabriel Ritter von Rheinberger (1839 - 1901)

1 Kommentar:

  1. Liebe Rosabella,
    eine schöne Darstellung der Anbetung der hlg. 3 Könige, obwohl ich sonst nicht so auf mittelalterliche Malerei stehe. Und auch schöne Worte...
    Liebe Grüße von Iris ♥

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)