14. November 2014

verblühst du schon?



'The Wedgwood Rose'
(Austin)




Du verblühst schon, holde Rose,

weckt dich nicht der Sonne Strahl?
O, du liebe, kleine, lose,
o, erblühe noch einmal!










Einmal öffne noch die Hülle,

sieh, ich will bescheiden sein,
einmal lass mich noch der Fülle
deines Glanzes voll erfreun!

aus dem Gedicht "Verblühst du schon?" von Rainer Maria Rilke




10. November 2014

wie Duft von tausend Küssen und Tränen




































Das Laub, das im Sommer so rauschend sang,
das Laub ist von den Bäumen gestiegen.
Voll stiller Blätter, gelb und braun,
liegen noch stiller die stillen Wege.


Wie Duft von tausend Küssen und Tränen
schweben Nässen über den Blättern,
über den tausend herben Blättern,
die nun sterben.


Max Dauthendey

5. November 2014

obwohl ein Nichts sie hielt









"Die Blätter saßen an den Ästen, obwohl ein Nichts sie hielt; es fehlte ihnen der Entschluß abzufallen."

Rainer Maria Rilke


4. November 2014

sprich mit den bleichen bildern ohne schaudern






"Ob schwerer nebel in den wäldern hängt:
Du sollst im weiterschreiten drum nicht zaudern ·

Sprich mit den bleichen bildern ohne schaudern ·

Schon regen sie sich sacht hinangedrängt ..."


aus einem Gedicht von Stefan George (1868 - 1933)

2. November 2014

dort, im stillen Garten








"dort, im stillen Garten ... ich möchte stundenlang da stehen ...

welkes Laub liegt auf dem Boden und welkes Laub hängt an den Bäumen, im Schimmer einer fernen Sonne ...

ich hab es immer nur so gesehn ... in sturmlos hellem klarem Herbst ... und könnte mir auch kaum recht denken, wie es hier anders werden sollte, oder was ein Frühling hier wollte ..."

aus "Der stille Garten" von Cäsar Flaischlen (1864 - 1920)